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Kostenmethoden und Lagerwert

Addverk · 3 Min. Lesezeit

Die Kostenmethode bestimmt, welchen Wert ein Artikel erhält, wenn er das Lager verlässt, und damit, was Ihr Wareneinsatz in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zeigt. Viele übernehmen die Standardeinstellung, ohne darüber nachzudenken, und merken den Unterschied erst beim Jahresabschluss. Hier gehen wir die fünf Kostenmethoden durch, erklären, warum sich der Einstandspreis rückwirkend ändern kann, und zeigen, was der Kostenlauf tut. Sie erhalten außerdem einen Überblick, wann der Lagerwert im Hauptbuch ankommt. Das ist eine gute Grundlage für das Gespräch mit Ihrem Abschlussprüfer.

Die fünf Methoden

Business Central unterstützt FIFO, LIFO, Durchschnitt, Spezifisch und Standard. Die Methode wird im Feld Costing Method auf der Artikelkarte gewählt, ein Standardwert kann in der Lagereinrichtung (Inventory Setup) hinterlegt werden. Microsoft Learn beschreibt sie so:

  • FIFO: first in, first out. Geeignet, wenn der Einstandspreis stabil ist, und für Artikel mit Haltbarkeit.
  • Durchschnitt: Der Einstandspreis wird nach jedem Einkauf als Durchschnitt berechnet. Passt, wenn Waren vermischt werden und sich nicht unterscheiden lassen.
  • Standard: ein fester Einstandspreis, wobei Abweichungen gebucht werden, wenn der tatsächliche Preis bekannt ist. Setzt voraus, dass jemand die Standardpreise pflegt.
  • Spezifisch: der genaue Preis jeder einzelnen Einheit. Erfordert Artikelverfolgung bei Zu- und Abgang, typischerweise für Seriennummern.
  • LIFO: last in, first out. In vielen Ländern verboten, klären Sie das also mit Ihrem Abschlussprüfer.

Sie können nicht frei wechseln

Die Kostenmethode lässt sich bei einem Artikel, der bereits Artikelposten hat, nicht mehr ändern. Die Entscheidung muss also getroffen werden, bevor sich das Lager bewegt. Sie sollte gemeinsam mit Ihrem Abschlussprüfer fallen, weil die Methode sowohl die Bilanz als auch die Steuer beeinflusst.

Durchschnitt erfordert zwei Entscheidungen

Wenn Sie Durchschnitt verwenden, legt die Lagereinrichtung fest, über welchen Zeitraum der Durchschnitt berechnet wird (Average Cost Period) und ob er pro Artikel oder pro Artikel, Lagerort und Variante berechnet wird (Average Cost Calc. Type). Wenn Sie einen Lagerzugang oder -abgang rückdatieren, wird der Durchschnitt neu berechnet, und die betroffenen Posten werden angepasst.

Den Einstandspreis anpassen

Der Einstandspreis kann sich nach dem Verkauf ändern, zum Beispiel weil die Fracht später in Rechnung gestellt wird. Dafür gibt es den Kostenlauf Adjust Cost - Item Entries. Er gibt geänderte eingehende Kosten an die zugehörigen ausgehenden Posten weiter und erzeugt neue Anpassungswertposten. Die Anpassung verwendet das ursprüngliche Buchungsdatum, sofern es nicht in einer geschlossenen Lagerperiode liegt.

Microsoft Learn schreibt, dass Einstandspreise bei Lagertransaktionen automatisch angepasst werden, Sie den Lauf aber auch manuell starten können. Die Folgeseite Inventory Cost Adjustment zeigt, welche Artikel noch angepasst werden müssen. Wie die Automatik bei Ihnen eingerichtet ist, müssen Sie selbst in der Lagereinrichtung prüfen, weil die Feldnamen von Version und Lokalisierung abhängen.

Vom Lager ins Hauptbuch

Der Lagerwert gelangt erst in die Buchhaltung, wenn die Kosten im Hauptbuch gebucht werden. Das Feld Automatic Cost Posting in der Lagereinrichtung steuert, ob das bei jeder Transaktion geschieht. Auch erwartete Kosten können gebucht werden, sodass Zwischenkonten eine Schätzung zeigen, bevor die Rechnung gebucht ist. Stimmen Sie den Lagerwert bei jedem Periodenabschluss mit dem Hauptbuch ab und planen Sie Kostenlauf und Buchung als feste Aufgabe, am besten über die Jobwarteschlange.

Korrekturen und Neubewertung

Wenn Sie den Wert von Artikeln ändern müssen, die auf Lager liegen, verwenden Sie ein Revaluation Journal. Es bucht den aktuellen berechneten Wert des Artikels und ist vom Kostenlauf getrennt. Bei Standardkosten werden die Preise periodisch in einem Standardkostenblatt aktualisiert, und Microsoft Learn weist darauf hin, dass es keine Historie der Standardpreise gibt.

Zuschläge wie Fracht und Zoll, die nach dem Verkauf eintreffen, buchen Sie als Artikelgebühren und weisen sie den betreffenden Posten zu. So folgen die Kosten dem Artikel, und die Marge stimmt, auch wenn die Rechnung spät kommt.

Fragen Sie auch, wer im Unternehmen für die Zahlen verantwortlich ist. Der Lagerwert beeinflusst Buchhaltung, Steuer und Kreditbedingungen, die Entscheidung sollte daher nicht von der Person getroffen werden, die den Artikel angelegt hat. Dokumentieren Sie die Wahl, damit sie für alle zusammengehörigen Artikelgruppen gleich ist.

Nächster Schritt

Addverk entwickelt eigene Apps für Business Central, aber sie sind noch nicht auf Microsoft AppSource verfügbar. Auf der Seite zu den Apps sehen Sie, woran wir arbeiten. Wenn Sie Hilfe bei der Einrichtung im Standard-BC möchten, schreiben Sie uns.

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